Chile
Kulinarisches
Die chilenische Küche hat sich, wie viele andere Landesküchen, aus einer Unzahl verschiedener ausländischer und heimischer Produkte entwickelt. Die spanischen Eroberer brachten Zubereitungsarten und Gewürze mit, Mischungen aus der spanischen und der arabischen Welt, und führten so fundamentale Elemente wie Knoblauch, Zwiebeln, Oregano und die ersten Wein produzierenden Weintrauben ein. Spuren auf den Speisekarten haben zudem die deutschen Einwanderer hinterlassen. So finden wir die deutschen Bezeichnungen «Kuchen» und «Apfelstrudel» auch auf Werbetafeln chilenischer Cafés. Als Weihnachtsgebäck ist der Christstollen bekannt. Ebenfalls auf deutsche und andere mitteleuropäische Einflüsse zurückzuführen sind das typisch chilenische Sauerkraut («Chucrú» vom französischen «Choucroute»), die Vorliebe für quarkähnliche Frischkäsezubereitungen und die vor allem im Süden sehr starke Brautradition. Viele Biere werden nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, und oft wird aus deutschen Anbaugebieten importierter Hopfen verwendet.
Hauptnahrungsmittel in Chile sind Eigenanbauprodukte wie Kartoffeln, Tomaten und Mais. Während im Inland viel Rind- und Lammfleisch gegessen wird, ernähren sich die Küstenbewohner vom Fischfang.
Zu den Nationalgerichten zählt die chilenische «Empanada», das sind unterschiedlich (beispielsweise mit Rindfleisch, Hühnchen, Meeresfrüchten oder Käse) gefüllte Teigtaschen, die im Ofen gebacken oder frittiert werden können. Die «Cazuela» ist ein kräftiges Eintopfgericht, für das Hühnchen oder auch Rindfleisch, Maiskolben («Choclos»), Kürbis und weiteres Gemüse verwendet werden. Als «Humitas» wird ein Maisbrei bezeichnet, der in Maisblättern gekocht und süss oder salzig gegessen wird. Neben einem reichen Angebot an Fisch und Meeresfrüchten wird in Chile gerne mit «Cochayuyo», getrockneten Meeresalgen, gekocht. Durch Grillen zubereitetes Fleisch, das sogenannte «Asado», ist wie im Nachbarland Argentinien eine nationale Tradition. Neben Rindfleisch werden dabei vor allem die würzigen Paprikawürste («Longanizas») verwendet. Das Fleisch wird vor dem Grillen gerne auch einige Stunden in Bier eingelegt, um seine Zartheit zu erhöhen. Auch Huhn ist bei den Chilenen beliebt. Aufgrund der sonnigen Bedingungen in Mittel- und Nordchile und der vulkanischen Böden ist Chile ausserdem sehr gut geeignet für den Anbau von einer Vielzahl von Früchten.
Der klassische chilenische Schnellimbiss ist der «Completo», eine Art Hotdog, der mit reichlich Avocadomus («Palta») und Sauerkraut oder Krautsalat («Chucrú») gereicht und mit Chilipaste («Salsa de ají chileno») und dem mild-süssen chilenischen Senf gegessen wird.
Der chilenische Wein gilt als der beste Südamerikas. Der «Carmenère» ist beispielsweise ein ganz besonderer Rotwein, der ausschliesslich in Chile produziert wird. Der Ursprung des Weinanbaus liegt über 400 Jahre zurück. Heute zählt Chile zu den sechs bedeutendsten Weinproduzenten der Welt. Mit den Peruanern streiten sich die Landesbewohner, wer den «Pisco» – einen Branntwein aus Trauben – erfunden hat. Diese besondere Spezialität wird hauptsächlich als «Pisco Sour» mit Zitronensaft, Eiweiss und Zucker getrunken.
Neben chilenischem Wein ist auch einheimisches Bier wie Kunstmann, Austral und Escudo sehr beliebt.
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| Chile auf einen Blick | |
|---|---|
| Hauptstadt: | Santiago de Chile |
| Staatsform: | Präsidialrepublik |
| Fläche: | 756'950 km² |
| Einwohner: | 17'300'000 |
| Nationalfeiertag: | 18.09. |
| Gründung: | 18.09.1810 |
| Oberhaupt: | Präsident Sebastián Piñera (Amtszeit - 2014) |
| Währung: | CLP |











