Costa Rica
Geschichte
Über die präkolumbianische Kultur von Costa Rica ist nicht viel bekannt. Die Spanier hatten kein Interesse daran, die Kulturen zu dokumentieren, sondern vernichteten sie. Und auch Costa Rica selbst interessierte sich bis vor kurzem kaum für seine frühere Geschichte.
Christoph Kolumbus ging 1502 auf seiner vierten und letzten Reise in die «Neue Welt» in der Nähe des heutigen Puerto Limón vor Anker. Während Reparaturarbeiten an seinem Schiff im Gange waren, wagte er sich ins Landesinnere vor. Er taufte die Küste zwischen Honduras und Panama «Veragua». Den heutigen Namen erhielt das Land wohl aufgrund der Beschreibung dieser «reichen Küste».
1560 wurde eine neue spanische Kolonie gegründet. Rund um Cartago wurde der fruchtbare Boden von Siedlern beackert, und die erste Kirche des Landes wurde errichtet. Costa Rica wurde eine offiziell anerkannte Provinz Neuspaniens.
Dass die Gegend keine strategische Bedeutung oder Bodenschätze besass, könnte ein Grund dafür sein, dass die Kolonialgeschichte des Landes anders verlief als bei anderen spanischen Besatzungen dieser Zeit. Das Leben drehte sich um die Landwirtschaft.
Mit den neuen spanischen Siedlungen nahm die Anzahl der Ureinwohner dramatisch ab. Bei der ersten Ankunft von Kolumbus waren es rund 400'000, ein Jahrhundert später nur noch etwa 20'000. Nach weiteren hundert Jahren waren gerade noch 8'000 übriggeblieben.
Das Generalkapitanat Guatemala, zu welchem auch Costa Rica gehörte, erklärte 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien, woduch Costa Rica automatisch seine Freiheit erlangte. Die zentralamerikanische Föderation entstand, die aber nicht von langer Dauer war. Costa Rica trat 1838 aus.
Während im Rest Mittelamerikas Bürgerkriege tobten, nahm ein unabhängiges Costa Rica Gestalt an, und 1824 wurde der erste Staatschef eingesetzt.
1856 landete William Walker in Nicaragua und wollte Mittelamerika erobern. Er marschierte nach Costa Rica, wo eine Freiwilligenarmee aufgestellt wurde. Bei Santa Rosa wurden die amerikanischen Söldner nach Nicaragua zurückgedrängt. Bei dieser Schlacht kam Juan Santamaría ums Leben, als er Walkers Verteidigungsstellung in Brand setzte. Seither ist Santamaría der Nationalheld Costa Ricas.
Im 19. Jahrhundert entdeckte man, dass sich der Boden und das Klima im Hochland ideal für den Kaffeeanbau eignen. Dieser verwandelte das verarmte Land in das reichste der ganzen Region. Für die Verschiffung wurde eine Eisenbahnlinie vom Hochland zur Küste gebaut. Es wurden auch US-Strafgefangene, chinesische und jamaikanische Sklaven als Arbeiter für den Bau eingesetzt. 1890 war die Bahn fertiggestellt. Um die Arbeiter billig zu ernähren, waren Bananen entlang der Bahnlinien angepflanzt worden. Aus diesem kleinen Nebengeschäft entstand der grösste Arbeitgeber Mittelamerikas, die United Fruit Company. Die Firma förderte die Einwanderung von Arbeitern aus Jamaika, und die ethnische Zusammensetzung des Landes veränderte sich.
Nachdem die Kaffeepreise in den 1970er-Jahren dramatisch gefallen waren, wollte man Touristen ins Land holen, um den Wohlstand zu sichern. Es begann der Ökotourismus, der auch heute noch eine grosse Bedeutung hat.
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| Costa Rica auf einen Blick | |
|---|---|
| Hauptstadt: | San José |
| Staatsform: | Präsidialrepublik |
| Fläche: | 51'100 km² |
| Einwohner: | 4'700'000 |
| Nationalfeiertag: | 15.09. |
| Gründung: | 15.09.1821 |
| Oberhaupt: | Präsidentin Laura Chinchilla Miranda (Amtszeit - 2014) |
| Währung: | CRC |














